Windsee und Dünung
rund Korsika

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Windsee und Dünung sind völlig verschieden. Der (französische) Wetterbericht meldet daher Windsee (´la mer du vent´) und Dünung (´ la houle´ [la uhl]) getrennt.

Die örtliche Windsee hat ihren Ursprung allein in den vor Ort aktuell herrschenden Winden, zum Beispiel in der ´Nachmittagsbrise´ oder einem West- oder Ostwind in der Strasse von Bonifacio. Sie verstärkt sich, steilt sich auf, ändert ihre Richtung mit diesen und schläft mit ihnen ein.

Die örtliche Dünung hingegen hat mit den aktuell vor Ort herrschenden Winden nichts zu tun. Sie kommt von weit her, hat ihren Ursprung in Starkwind, Sturm oder Gewitter, die irgendwo hunderte von Meilen entfernt das Meer aufwühlen oder aufgewühlt haben und braucht nicht selten einen Tag oder auch mehrere Tage um sich langsam abzubauen. Oft läuft sie einer sich nähernden Starkwindzone voraus, kündigt sie an. Die Dünung erreicht in der Regel die korsischen Küsten viele Stunden eher als der Sturm, der sie schafft.

Die Dünung kann an den meisten Küstenabschnitten rund Korsika deutlich höher und unangenehmer werden als der Wind und die Windsee – vor allem natürlich an der Westküste bei Mistral-Lage.

Besonders unangenehm – und im Sommer an Teilen der Westküste leider gar nicht so selten – ist die folgende Situation: wenig bis null Wind aber mehr oder weniger heftige Dünung. Dann ist Segeln und Buchtenliegen – gar mit Familie - auch für Hartgesottene nicht mehr möglich (oder man entwickelt sich ganz schnell zum Einhandsegler weiter). Und die wenigen Häfen sind schon lange voll. Was dann? (Näheres dazu siehe:  Schlupfwinkel)
 

Eklige Küstenabschnitte

Windsee und Dünung können sich vermischen, gegenseitig verstärken oder auch gegeneinander laufen. Dann kann es naturgemäß besonders eklig werden. Meiden sollte man bei starker Dünung auch Küstenabschnitte mit schnell ansteigendem Meeresboden weil dort die Wellen stark aufsteilen und zu brechen beginnen.
Beispiele:
a) die Zone zwischen dem Cap Feno (südlich Sagone) und den Îles Sanguinaires vor Ajaccio;
b) die Passage zwischen dem Südende der Lavezzi-Inseln und dem ca. 1  1/2 Meilen südlich davon gelegenen Leuchtturm (´Écueil de Lavezzi´) – bei schwerer See diese Passage meiden und den Leuchtturm mit deutlichem Abstand südlich umfahren

Geht der Mistral zu Ende, trifft man draußen vor der Westküste  noch lange auf die auslaufende hohe Dünung. Sie wird länger, rhythmischer, ausgeglichener und sanfter mit wachsender Entfernung von der Küste und zunehmender Wassertiefe   - und bietet einen prächtigen, majestätischen Anblick und ein unvergessliches Segelerlebnis.

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